Brot / Brötchen/ Törtchen

Vorsicht! Finnische Ohrfeigen – Gefährlich lecker!

Keine Angst, ihr Lieben! Hier kriegt ihr nichts von irgendwelchen Finnen an die Ohren. Vielmehr gibt’s etwas Leckeres in die Hand. Ihr müsst es nur noch nachbacken, das ist der Haken ;-). Dann aber werdet ihr mit Butter und Zimtzucker verschmierten Mündern glücklich lächelnd dem Winter entgegen sehen. 
Finnische Ohrfeigen
Es lässt sich nicht mehr verleugnen – der Winter strebt unaufhaltsam auf uns zu. Hier im hohen Norden ist es nach wie vor meist feuchtkalt und grau – Novemberwetter halt. Aber wenn ich ehrlich bin, macht mir das zur Zeit gar nicht so viel aus. Irgendwie verlangsamt sich alles. Die ersten Gedanken kreisen um’s nahende Weihnachtsfest und man denkt nicht dauernd daran, dass der Garten unbedingt Pflege braucht und wenn man von der Arbeit nach Hause kommt, sieht man auch nicht mehr, ob die Fenster geputzt werden müssen. Vielmehr zieht es uns in die gemütliche Sofaecke, mit einem guten Buch, einer Tasse Tee und einer Katze auf dem Schoß (unsere Katzen weigern sich allerdings auf dem Schoß zu sitzen :().
Mich zieht es aber noch viel mehr in meine persönliche Backstube. So auch am Sonntagmorgen. Mein Mann war für einige Tage nach Griechenland gereist. Dafür war mein Sohn über’s Wochenende da und somit hatte ich das den idealen Kuchentester im Haus :-). Backtechnisch ging mein Plan Richtung Norden.
Fonnische Ohrfeigen
Die Skandinavier sind ja bekannt für ihr ausgezeichnetes Gebäck. Blätterteig-Brötchen, dänisches Plundergebäck und Zimtschnecken – Alles ist immer sehr saftig, frisch und lecker! Das Gebäck, das ich hier vorstelle ist gewissermaßen eine ‚modifizierte‘ Zimtschnecke. Sie heißen hier Ohrfeigen oder auch Butterfranz oder ganz sachlich Zimtbrötchen. Woher der Name kommt muss ich wohl nicht erklären ;-). In Finnland heißen sie Korvapuustit (ich hoffe ich habe das richtig geschrieben), was wiederum so viel wie Zimtschnecken heißt.
IMG_2879_bearbeitet-1
Die Ohrfeigen-Form bekommen sie durch einen Trick, den ich euch dann gleich verraten werde. Sie sind aus einem Hefeteig, der sehr willig aufgeht, gefüllt mit geschmolzener Butter und Zimtzucker. Wie das duftet!! Das Tolle ist, dass man sie zu jeder Tageszeit servieren kann. Zum Frühstück sind sie genau so lecker wie zur Kaffeestunde. Besonders passen würden sie z. B. wenn man durchgefroren vom Weihnachtsbaum schlagen nach Hause kommt. In einer Hand eine Zimtschnecke und in der anderen einen heißen Punsch ♥ Klingt das gut?

Na, dann mal los!

Zutaten für 8-10 Ohrfeigen (je nach Größe):

  • 450 g Mehl
  • 225 ml Milch
  • 25 g frische Hefe
  • 1 Ei  Gr.M
  • 100 g weiche Butter
  • 1 Teel. Salz
  • 1 gehäufter Teel. Kardamom (Ganz wichtig, nur damit sind sie ‚original‘!)

Mehl in eine große Schüssel sieben und eine Mulde hineindrücken. Die Milch ganz leicht erwärmen (höchstens handwarm!) und die Hefe darin auflösen und alles in die Mehlmulde füllen. Das Salz an die Seite geben (Hefe mag kein Salz) und das Ei, und den Kardamom hinzufügen. Mit dem Knethaken des Handrührgerätes verrühren. Dann die weiche Butter dazu geben, zu einem schönen glatten Teig verkneten und mit einem Tuch bedeckt, ca. 45 Minuten an einem warmen Ort aufgehen lassen. Er sollte in etwa so aussehen:
IMG_2835_bearbeitet-1
In der Zwischenzeit vermischt ihr

  • 180 g braunen Zucker mit
  • 10 – 15 g  Zimt

und löst ca. 80 – 100 g Butter in einem kleinen Topf auf. Den Backofen auf 220 Grad vorheizen.
Jetzt rollt ihr den Teig gleichmäßig dick zu einem großen Rechteck aus (meins war ca. 40×45 cm groß) und bestreicht ihn mit der flüssigen Butter und bestreut ihn gleich danach dick mit dem Zimtzucker (Nicht geizig sein!). Den äußeren Rand etwas frei lassen, damit beim Aufrollen nicht alles herausquetscht.
IMG_2837_bearbeitet-1 IMG_2838_bearbeitet-1
Nun wird das Ganze von der langen Seite her sorgfältig aufgerollt…
IMG_2843_bearbeitet-1
…und jetzt mit einem scharfen (!) Messer geschnitten. Hier kommt’s jetzt drauf an!! Schaut genau hin, wie ich es geschnitten habe, denn nur so erhalten wir später die hübsche Ohrenform.
IMG_2845_bearbeitet-1
Ihr schneidet sozusagen im Zickzack trapezförmige Stücke, lasst aber unbedingt an der schmalen Seite etwa 3 cm Breite stehen. Nun stellt ihr diese Teile hochkant auf ein mit Backpapier belegtes Blech, und zwar auf die breite Seite.
IMG_2849_bearbeitet-1
Und jetzt kommt der Trick! Trommelwirbel !! Jetzt nehmt ihr euch den Stiel eines Kochlöffels und drückt beherzt (!) auf die schmale Seite der Schnecken und siehe da: Die Ohren wölben sich so richtig schön! Deshalb ruhig tief hinunter drücken. Ist das toll?! Uns hat’s richtig Spaß gemacht die Dinger zu formen :-D.
IMG_2850_bearbeitet-1
Nun verrührt ihr noch ein Eigelb mit etwas Milch und bestreicht die Ohrfeigen damit.
IMG_2858_bearbeitet-1
Mit Hagelzucker bestreuen und 10-15 Minuten bei 220 Grad backen bis sie lecker goldbraun sind.
Warm schmecken sie am besten! Man kann sie aber ohne weiteres am nächsten Tag noch einmal im Backofen leicht anwärmen.
Mit Klick auf den folgenden Link gelangt ihr zu einer druck- und speicherbaren PDF Rezeptansicht: Finnische Ohrfeigen
IMG_2868_bearbeitet-1
Sie lassen das ganze Haus nach Zimt und Butter und nach Gemütlichkeit duften  
Diese Ohrfeigen ließ sich mein Sohn gerne verpassen ;-).
Er hat sogar welche mit nach Hause genommen. Ohrfeigen to go sozusagen :-D.
Frohes Backen und habt es schön!
Eure MaLu ♥♥♥

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

  • Antworten
    Barbara
    21. November 2013 at 10:10

    Zucker und Zimt mit Hefeteig sind immer eine himmlische Kombination – und deine sehen besonders schön aus!
    Liebe Grüße,
    Barbara

    • Antworten
      MaLu
      21. November 2013 at 19:46

      Danke, ihr beiden! Ich freu mich, dass sie euch gefallen 🙂

  • Antworten
    Viera Sabova
    21. November 2013 at 16:23

    yummi 🙂 …ich weiss, was ich demnächst nachbacken muss 🙂

  • Antworten
    Mari
    23. November 2013 at 4:15

    Die sehen sooo lecker aus!
    Die werde ich bald mal nachbacken. Hab eh so Lust auf selbstgebackenes Hefegebäck.
    Liebe Grüße, Mari

  • Antworten
    Ilona Suhr
    23. November 2013 at 15:42

    Hallo Maren,
    Ich habe die Ohrfeigen heute mit der Freundin von Marvin zusammen gebacken…Sie schmecken lecker(für meinen Geschmack zu süß, ) Selbst der Hefeteig ist dank meiner Tupperhefeschüssel gelungen….Am besten hat uns der Arbeitsgang mit dem Kochlöffel gefallen..:-)…Ich werde sie auf jeden Fall noch einmal backen , wenn unser Sohn aus Hamburg anreist..Der hat dafür eine Vorliebe….
    Liebe Grüße
    ILona

  • Antworten
    Alexandra
    11. Januar 2014 at 18:32

    Meine Güte. ..
    Selten so was leckeres gegessen. ..ein Traum. ..ich bin hellauf begeistert. .
    Habe die Ohrfeigen grade mit meinem Mann zusammen gebacken. ..ok sie sind nicht ganz so schön wie deine…aber beim nächsten mal bestimmt.
    Danke für dieses tolle Rezept ♥♡
    Alexandra

    • Antworten
      MaLu
      11. Januar 2014 at 22:24

      Ach, Alexandra, ist das schön, von deiner Begeisterung zu lesen! Die sind aber auch wirklich sowas von lecker! Und gar nicht so schwer zu machen, oder? Danke für dein Lob und liebe Grüße
      MaLu

  • Antworten
    Gaby Baumhöfer
    19. Dezember 2014 at 15:36

    oh legga….
    bei uns heißen sie Franzbrötchen. Sind dann allerdings aus Plunderteig.
    Aaaber diese sind viieel schneller zubereitet.
    LG Gaby

    • Antworten
      MaLu's Köstlichkeiten
      19. Dezember 2014 at 17:14

      Ich weiß, liebe Gaby. Das unterscheidet sie von den Franzbrötchen – und es ist immer Kardamom in den Ohrfeigen 😉
      Lecker sind sie beide!

  • Antworten
    Susanne Müller
    5. Februar 2015 at 8:17

    Durch “ Die Feinschmeckerin “ bin ich auf dieser Seite gelandet . Habe gleich die finnischen Ohrfeigen und die Apfelstutten nachbacken müssen . Super lecker .

  • Antworten
    Désirée
    11. Mai 2015 at 10:27

    Korvapuusti heißt wörtlich übersetzt „Ohrfeige“.

  • Antworten
    Weimbs
    11. Juli 2016 at 11:53

    Ich fand das Rezept in seinen Mengenangaben verfehlt. Mein Teig war total flüssig, obwohl ich mich genauestens an die Mengenangaben gehalten habe. Ich kann es nicht empfehlen und habe alles in en Mülleimer schmessen müssen.

    • Antworten
      MaLu's Köstlichkeiten
      11. Juli 2016 at 21:08

      Ups! Was ist denn da passiert?! Das tut mir leid! Die Finnischen Ohrfeigen wurden von mir und meiner Familie schon zahlreiche Male ohne Probleme gebacken. Ich finde den Teig sogar eher unproblematisch. Ich kann mir nicht erklären was da bei dir schiefgegangen ist.

    • Antworten
      KlausH
      13. Mai 2018 at 11:58

      Hallo, ich habe den Teig gerade nach Rezept erstellt und auch bei mir war der Teig etwas nass. Also etwas Mehl dazu und ordentlich durchgeknetet. Wo ist das Problem? Nun sind die Teile im Ofen und alles duftet nach dem letzten Finnlandurlaub. Wunderbar!
      Sehr schönes Rezept mit einem guten Trick für die Form.

  • Antworten
    Svenja
    7. Februar 2017 at 9:40

    Wow!! Super lecker! Hab beim zweiten mal allerdings Zimtschnecken draus gemacht, weil mir die Ohrfeigenvariante zu groß war. Aber total gut! Vielen Dank!

  • Antworten
    Petra
    13. November 2017 at 17:48

    Sooo himmlisch lecker und super flaumig.
    Danke für das tolle Rezept.

  • Antworten
    Leonardo Da Gimpy
    1. April 2018 at 15:15

    Vorhin das erste mal gemacht sind jetzt noch im Backofen. Bin mal gespannt wie sie schmecken werden aber duften tun sie schon mal lecker 🙂

  • Hinterlasse mir einen Kommentar